Giebelreliefs aus Tivoli

Giebelreliefs aus Tivoli

Giebelreliefs aus Tivoli
Tivoli
Ende 4. – 3. Jh. v.Chr.
polychrome Terrakotta
max. erhaltene Höhe 148 cm
Inv. 14103-14104-14106-14117-20820-20821

Die Figurenfragmente in Hochrelief wurden 1835 durch Zufall bei Bauarbeiten im Gebiet vor dem Ponte Gregoriano am Aniene aufgefunden. Der Fundbericht aus dem 19. Jh. spricht in seiner typischen Ungenauigkeit von “…sechs Fragmentgruppen von Terrakotta-Statuen…”, sämtlich “ohne Kopf, Hände und Füße…”. Das Thema der Darstellung lässt sich aus einer Besonderheit des Baumes neben der vierten Figur von links herleiten, von dem eine Hinterpfote eines leeren und regungslosen Hammelfells herabhängt. Dieses Detail verweist ikonografisch auf das Goldene Vlies und bestätigt ohne jeden Zweifel, dass das Hauptthema dieses Denkmals die Argonautenfahrt ist. Die Figuren schmückten den Giebel eines Tempels, wie aus ihren Abmessungen und dem steilen Winkel (circa 20° Neigung) hervorgeht, wodurch eine gute Ansicht von unten gewährleistet war. Die Rekonstruktion, die hier dem Betrachter vorgeschlagen wird, soll den ursprünglichen Standort des Hochreliefs nur andeuten.