Mischkrug in Kelchform

Mischkrug in Kelchform

aus Vulci
440-430 v.Chr.
bemalte Keramik
Höhe 32,9 cm
Inv. 16586

Die Einführung einer nüchternen Polychromie auf weißem Untergrund spiegelt in gewisser Hinsicht in der Keramikmalerei parallele Entwicklungen der zeitgenössischen Malerei – sei es Wand- oder “Staffelei”-Malerei – wider. Beim Mischkrug in Kelchform des Phialen-Malers von Boston, eines Schülers des Achillesmalers, der in der Zeit von etwa 450 bis 425 v.Chr. aktiv war, taucht ganz deutlich ein Malstil auf, der nur noch schwer mit der rotfigurigen Technik allein auszudrücken ist. Diese beherrscht der Künstler meisterlich, was auch von anderen Gefäßen belegt wird. Auf der Hauptansicht dieses Krugs ist ein mythologisches Thema dargestellt, das dem Meister besonders lieb ist, der seinen Figuren eine intensive Ausstrahlung verleiht: Hermes übergibt den kleinen Dionysos einem alten Silen. Auf der anderen Seite sind drei Musen zu sehen, was wiederum mit der Liebe zu theatralen, musikalischen oder tänzerischen Darstellungen zusammenhängt, die in der Produktion unseres Malers besonders markant auftaucht.