Nicolò und Giovanni: Jüngstes Gericht

Jüngstes Gericht

Nicolò und Giovanni
Römische Schule, zweite Hälfte 12. Jh.
Das Jüngste Gericht
Tempera auf Holz
288 x 243 cm
Inv. 40526

Dieses Tafelbild in ungewöhnlichem Format (rund mit rechteckiger Basis) stammt aus dem Oratorium des hl. Gregor von Nazianz in Rom. Die Darstellung des Jüngsten Gerichts ist in fünf horizontale Bildstreifen gegliedert, von denen jeder einen erklärenden Text in lateinischer Sprache enthält: im obersten Register erscheint Christus zwischen Cherubim und Engeln in der ersten Bahn; in der zweiten Reihe sehen wir Christus vor einem Altar zwischen zwei Engeln und den zwölf Aposteln. In der dritten, komplexeren gibt es drei Darstellungen: links Der hl. Paulus, der die Auserwählten anführt, in der MItte die Jungfrau und der hl. Stefan, die für die unschuldigen Heiligen Fürbitte einlegen, rechts drei Werke der Barmherzigkeit (Die Nackten bekleiden, die Gefangenen besuchen, den Dürstenden zu trinken geben). In de vierten Streifen ist die Auferstehung von den Toten zu sehen (links Fische und wilde Tiere spucken die Teile der verschlungenen Körper aus, rechts erwecken zwei Engel zum Klang der apokalyptischen Trompeten Tote aus ihren Gräbern). Am unteren Rand des Tafelbilds finden wir schließlich die Hölle und das Himmlische Jerusalem mit der Betenden Jungfrau unter den Auserwählten. Vor der Mauer sind die Stifterinnen (durch eine Inschrift identifizierbar) abgebildet: die Äbtissin Konstanze und die Nonne Benedikta. Das Werk ist von Nicolò und Giovanni signiert. Sehr umstritten ist die Datierung des Werks, die in der Vergangenheit zwischen dem Ende des 11. und der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts schwankte, wobei heute Letztere als die wahrscheinlichere angesehen wird.