HomeGrußworte des Direktors

Sehr geehrte Gäste,
der Direktor der Vatikanischen Museen heißt Sie herzlich willkommen. Sie betreten einen der denkwürdigsten Orte der Geschichte der menschlichen Zivilisation. Hier, in diesen Museen, die die Römischen Päpste fünf Jahrhunderte lang erbaut und bereichert haben, können Sie den Hauch der Geschichte, ja fast schon die Aura des Heiligen spüren. Der Eintritt in die Vatikanischen Museen ermöglicht Ihnen die Schau der herrlichen Werke einer Kunst und Kultur, die im Dienste des Glaubens steht. Hier werden Sie von den größten Künstlern aller Zeiten empfangen: von Raffael in den Stanzen, Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle, Giotto, Leonardo, Caravaggio in der Pinakothek, van Gogh, Matisse, Moore in der Abteilung für Zeitgenössische Kunst. Beim Betrachten des Laokoon und des Apollon vom Belvedere können Sie die größten Meisterwerke des Klassischen Altertums bewundern.


Im Etruskischen und Ägyptischen Museum begegnen Sie vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden; im Ethnologischen Museum außereuropäischen Kulturen. Sie werden viel Zeit brauchen, um alles sehen und verstehen, alle Eindrücke verarbeiten zu können. Ich hoffe, dass Sie die Sammlungen der Päpste nicht nur einmal besichtigen werden – es wird jedes Mal wieder eine neue und wertvolle Erfahrung, eine unvergessliche Bereicherung sein.
Was Sie aber schon bei Ihrem ersten Besuch in nur einer Stunde verstehen können und müssen, ist der vielseitige, vielfältige, schillernde und zugleich universelle Charakter der Vatikanischen Museen. Wenn Sie beim Verlassen dieses Gebäudekomplexes im Schatten der Peterskuppel verstanden haben, wie groß das geschichtliche Interesse, der Respekt und die Aufmerksamkeit sind, die die Kirche Roms der Kunst und ihren Ausdrucksformen entgegenbringt, die im Laufe der Jahrhunderte durch die Hände des „homo faber" entstanden sind – der einzigen Figur, die einem Vergleich mit dem Schöpfergott standhält –, so war Ihr Besuch nicht umsonst. Denn dann haben Sie das Wesentliche erkannt: dass die Vatikanischen Museen der Ort der Identifizierung mit der Katholischen Kirche sind. Mit ihrem vielfältigen und universellen Charakter symbolisieren sie ihre Geschichte und bekunden ihr Schicksal.
Also, herzlich willkommen, sehr geehrte Gäste, und einen schönen, bereichernden und unvergesslichen Besuch! Ich wünsche Ihnen allen eine wunderbare Reise durch die Vatikanischen Museen, einen intellektuellen, aber auch spirituellen Rundgang entlang des Weges, welchen Benedikt XVI. „via pulchritudinis" nennt, „die Straße der Schönheit".

  • Biographie
  • Offizielle Ämter

Antonio Paolucci, geboren in Rimini im Jahre 1939, ist Kunsthistoriker und war Schüler von Roberto Longhi, Experte der italienischen Kunst der Renaissance. Paolucci verfasste Museums- und Ausstellungskataloge sowie Essays und Monographien über Piero della Francesca, Luca Signorelli, Antoniazzo Romano, Michelangelo, Filippo Lippi, Bronzino, Cellini und vielen anderen. Er war Direktor des Opificio delle Pietre Dure und von verschiedenen Restaurierungsateliers in Florenz sowie Landeskonservator der Kunstschätze in Venedig und Mantua, Direktor der Uffizien und für fast 20 Jahre Landesdenkmalpfleger des florentinischen Polo Museale sowie Generaldirektor der Abteilung Denkmalpflege Toskana. Zudem ist er Mitglied der Accademia dei Lincei und Mitglied des Obersten Rats für Kultur- und Landschaftsgüter des italienischen Ministeriums für Kulturgüter und kulturelle Veranstaltungen. Er unterrichtete an den Universitäten Florenz, in der Facoltà di Lettere e Filosofia, (Fakultät für Geisteswissenschaften) und am Institut für Kunstgeschichte) und Siena. Von 1995 bis 1996 war er italienischer Kulturminister. Nach dem umbrisch-markischen Erdbeben wurde er als außerordentlicher Regierungskommissar mit der Restaurierung der Basilika San Francesco in Assisi beauftragt.

Im Dezember 2007 wurde er von Seiner Heiligkeit Benedikt XVI. dazu berufen, als Direktor der Vatikanischen Museen die Leitung der Pontifikalsammlungen zu übernehmen.

Zu den wichtigsten Ämtern, die er bis heute innehat, zählen neben dem Vorsitz des Wissenschaftlichen Ausschusses für die Kunstausstellungen im Marstall des Quirinalspalastes der Vorsitz der Ständigen Kommission für den Schutz der historischen und künstlerischen Monumente des Heiligen Stuhls.

Offizielle Ämter/ Wissenschaftliche Ausschüsse

  • Mitglied der Accademia dei Lincei.
  • Ordentliches Mitglied der Akademie für Zeichenkunst in Florenz.
  • Mitglied der Accademia di San Luca.

  • Präsident der Ständigen Kommission für den Schutz der historischen und künstlerischen Monumente des Heiligen Stuhls.
  • Berater für das künstlerische Erbe des Quirinals.
  • Vorsitzender des Wissenschaftlichen Ausschusses des Marstalls des Quirinalspalastes.
  • Vorsitzender des Wissenschaftlichen Ausschusses der Museen von San Domenico in Forlì.
  • Vorsitzender des Wissenschaftlichen Ausschusses des Verbands Civita.
  • Vorsitzender des Wissenschaftlichen Ausschusses für die institutionelle Ausstellung Dalle Italie alla Italia (Von den Italien zum Italien), Venaria Reale, Turin, im Rahmen der Feierlichkeiten zum 150. Jahrestag der Einigung Italiens.
  • Mitglied des Wissenschaftlichen Ausschusses des Kunst- und Restaurierungssalons in Florenz.