HomeUrsprung und GeschichteDer Neue Eingang des Jubeljahres 2000




Seit Anfang des Jahres 2000 empfangen die Vatikanischen Museen die Besucher in einer neuen und geräumigen Halle, wo sich verschiedene Services (Sicherheitskontrollen, Garderobe, Informationsbüro, Büro für Sonderführungen, Eintrittskartenverkauf, Geldwechsel, Verkauf von Publikationen, Nursery, Erste Hilfe-Stationen) befinden, die eine erste Orientierung und eine angenehme Besichtigung der Museen ermöglichen. Die neue Struktur ist auf zwei Stockwerken gegliedert; ein dazwischen liegendes Stockwerk wird für besondere Anlässe (Ausstellungen und Kongresse) benutzt. Vom zweiten Stockwerk führt eine großartige Rampe in Form einer Doppelspirale den Besucher zu den Ausstellungsräumen durch den „Cortile delle Corrazze“, der mit einer Struktur aus Glas und Metall bedeckt ist.

In seiner Eröffnungsrede bezeichnete Papst Johannes Paul II. diese Struktur als „den Eingang, der in den Tempel der Kunst und Kultur einführt, welche die Vatikanische Museen sind“. Diese „sind auf dem Gebiet der Kultur eines der bedeutendsten Tore des Heiligen Stuhles zur Welt. Daher die nicht nur funktionelle, sondern auch symbolische Bedeutung einer geräumigeren und einladenden Eingangshalle, die den erneuerten Willen der Kirche, mit der Menschheit einen Dialog im Zeichen der Kunst und der Kultur aufzubauen, ausdrückt, indem sie das ihr von der Geschichte anvertraute Erbe allen zur Verfügung stellt“. Der Eingang ist mit einigen Kunstwerken bereichert. Unter den Werken aus der Antike zeichnet sich besonders das große polychrome Mosaik aus dem 1. Jahrhundert vor Christus aus. Zwei Werke zeitgenössischer Kunst, und zwar die Skulptur von Giuliano Vangi, „Varcare la Soglia“, und die Bronzetür von Cecco Buonanotte, sind speziell für diese Halle realisiert worden.


Polychromes Mosaik

Dieses Mosaik wurde 1842 in einer römischen Villa am achten Kilometer der via Ardeatina, in der Umgebung Roms, wiedergefunden. Von 1855 bis 1963 diente es als Fussboden einer der Stanzen Raffaels, die sog. „Stanza d‘Eliodoro“.1994 wurde das Mosaik restauriert und heute ist es an einer der Wände des hinteren Hofes des neuen Eingangs zu den Vatikanischen Museen ausgestellt. In der Mitte wird in feinster Arbeit der Kopf einer Medusa dargestellt, von einem geometrischen Muster eingerahmt. Im unteren Teil – dem alten Eingang des römischen Saales entsprechend – ist eine lange Reihe Schiffe dargestellt, die den alten Hafen Roms am Tiber in Erinnerung ruft.


Cecco Bonanotte
La Porta Nuova, 1999
Mit Feuer patinierte Bronze

Das Portal des neuen Eingangs zu den Vatikanischen Museen ist Werk des Bildhauers Cecco Bonanotte aus den Marken. Der Künstler hat das Portal, in der Tradition der antiken Portalen, in Moduls von viereckigen Tafeln gegliedert, das aber durch seine persönliche Verarbeitung der Materie die heutige Zeit widerspiegelt. In seiner Eröffnungsrede hat der Heilige Vater darauf hingewiesen wie diese Oberfläche „das Thema der Schöpfung vom Künstler symbolisch erwähnt“ darstellt, und „den Besucher einzuladen scheint, mit Staunen das Geheimnis des schöpfenden Geistes im Universum, in den lebendigen Wesen und vor allem in den Menschen zu erkennen“. Das Portal ist mit dem Wappen des Papstes Johannes Paul II. in der einfachen Form eines Rechteckes, mit einem gezackten Muster bereichert und mit den päpstlichen Symbolen ausgestattet.



Vorderseite


Rückseite

Giuliano Vangi
Varcare la soglia, 1999
Polychrome Marmore

Der toskanische Bildhauer Giuliano Vangi hat dieses Werk dem Pontifikat von Papst Johannes Paul II, gewidmet. Der Heilige Vater hat es, im Anlass der Eröffnung des neuen Eingangs, „nicht als ein Werk zum Gedächtnis“ definiert, sondern „als eine Einladung zur Besinnung über das Mysterium Petris“ und über sein eigenes Pontifikat, in dem der Akzent immer auf dem Menschen, auf seiner Würde, seinen Dramen und Leiden, liegt, und lebendig die Mission ist, dem Menschen zu helfen „die Schwelle zu übertreten“ und aus dem Zwang des Materialismus in die Freiheit des Glaubens zu treten…. Das Kunstwerk, das in der weitläufigen Eingangshalle steht, stellt den Papst dar, der sei es in Bewegung wie auch im Gebet gesammelt, den Mensch leitet und begleitet, um sich aus dem Marmorblock, der ihn beinhaltet, zu lösen. Die Skulptur ist aus verschiedenen polychromen Marmorn hergestellt worden: durch die Trasparenz des weißen Marmoren wie durch den warmen Ton des Sienagelbs werden Licht- und Malereieffekte erreicht.