HomeBedeutende Restaurierungen: Saal der Unbefleckten Empfängnis
 
  •    Historische Hinweise
  •    Restaurierung

Im Jahre 1854 als Papst Puis IX. das Dogma der Unbefleckten Empfängnis verkündete, wurde das Projekt zur Dekorierung einer Räumlichkeit iniziert und gänzlich diesem Thema gewidmet. Es wurde das Ambiente gleich neben den Stanzen Raffaels ausgewählt. Diese delikate Aufgabe wurde dem Maler Francesco Podesti aus Ancona anvertraut, der seit vielen Jahren im künstlerisch-akademischen Panorama Roms verwurzelt war.
Die großen Wände des Saales und das Gewölbe sind den Episoden gewidmet, welche sich auf die Unbefleckte Empfängnis und Feierlichkeiten die am 8. Dezember 1854 stattfanden. Die Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis besetzt die große Südwand, sowie die Diskussion über der Unbefleckten Empfängnis, die Krönung des Bildnis der Unbefleckten Empfängnis, Geschichten und allegorische Figuren; im Gewölbe hingegen sechs Achtecke mit dem Glauben, die Doktrin und die Episoden des Alten Testaments: Schiffsbrüchige der Arche Noah auf dem Grund; Joel ermordet Sisara; Esther fällt vor Ahasveros in Ohnmacht, Judith mit Holofernes Kopf.


        



Der Künstler zeichnete und verfolgte auch die Realisierung der Türen und der Fensterpforten, alle aus Holz und die Ausstellung von eingelegtem Marmor, sowie die Bearbeitung des römischen Mosaiks stammend aus der antiken Stadt Ostia und eigens für dieses Milieu eingekauft wurde.
Im Jahre 1867 beschloss man einen Bibliothekschrank der Unbeleckten Empfängnis zu realisieren. Er wurde in mitten des Saales aufgestellt und diente dazu die vielen Übersetzungen der päpstlichen Bulle Ineffabilis Deus (Der unbegreifliche Gott) aufzubewahren. Das Werk ist ein handwerklich raffiniertes Produkt der französischen Firma Christophle, welches zwischen 1874 - 1878 realisiert wurde.


Seit 2007 ist der Saal der Unbefleckten Empfängnis dem Publikum zur bestmöglichen Aufbewahrung und der möglichen Lesbarkeit ausgestellt. Die Restaurierung - begonnen im Jahr 2006 vom damaligen Direktor der Vatikanischen Museen, Francesco Buranelli - war notwendig für wichtige Probleme: die Absonderung der bemalten Oberfläche, welche durch strukturelle Aspekte des Borgia Turm verursacht wurden, indem sich der Saal befindet.
Die Arbeiten wurden vorher von einer gründlichen wissenschaftlicher Untersuchung seitens des Diagnostiklabors Konservierung und Restaurierung der Vatikanischen Museen, unter der Leitung des Prof. Ulderico Santamaria durchgeführt. Insbesondere wurde eine Analyse der Farbzusammensetzungen und Farbtöne an einem großen Fresko des Saales durchgeführt, welches am Ende des 19. Jahrhunderts realisiert worden ist.


        



Die Restaurierungsarbeiten wurden für die künstlerisch-geschichtliche Seite von Micol Forti, Kurator der Kunstabteilung für die Kunst des XIX. - XX. Jh.s. und für die Technik vom Meister Maurizio De Luca, Direktor des Gemälderestaurierungslabors und Ligninmaterialien der Vatikanischen Museen geleitet. Koordinatorin der Arbeiten: Francesca Persegati, Verantwortliche der Baustelle und Leiterin eines Equipe des Gemälderestaurierungslabors der Museen; Bruno Baratti, Angela Cerreta, Eugenio Ercadi, Giancarlo Manuli, Bruno Marocchini, Antonella Papa, Francesco Prantera, Alessandra Zarelli.