Odilon Redon, Sainte Jeanne d’Arc
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Odilon Redon, Sainte Jeanne d’Arc
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann Redon kleine Köpfe zu zeichnen; vorzugsweise auf Blättern von mittlerem oder kleinem Ausmaß, auf die er mit Blei- oder Pastellstift Studien junger Frauengesichter malte, die er fast immer in Dreiviertelhaltung oder im Profil darstellte.
Das herrliche Pastellbild Sainte Jeanne d’Arc ist ein Beispiel für die Aufmerksamkeit, die der Künstler einem Sujet widmete, das sich nur anscheinend wiederholte. In Wahrheit verweilte er voller Neugier auf den Gesichtern, die jedes Mal anders erscheinen. So schattierte er die zarten Züge einer unbekannten jungen Frau; umriss das Profil der Beatrice; definierte, fast als wären es Porträts, die Gesichter der Ophelia, des Parzifal oder Christi; verlieh den Wangen einer jungen Johanna von Orléans eine zarte Röte – und ließ so eine ganze Galerie von Figuren entstehen, die manchmal Frucht seiner Imagination, und dann wieder seinem familiären Ambiente oder der Mythologie entnommen sind.