Der Weg des Meeres
Spiralförmige Zugangsrampe, Vatikanische Museen
60 Wasserfahrzeugsmodelle aus der ganzen Welt die sich im Ethnologischen Museum befanden, wurden ab dem 1. Dezember auf der Spiralförmigen Zugangsrampe dem Publikum in einer neuen Ausstellungsform zur Schau gestellt. Die Besucher, die zu Fuß in die Vatikanischen Museen eintreten möchten - ohne die Rolltreppe zu benützen - werden an ihrem Parcours eine Auswahl von Miniaturschiffen aus allen Kontinenten, begleitet von Schwarzweißfotos und aufgenommen von Missionären anfangs des 20. Jh.s vorfinden.
Absicht des Ausstellungsprojekts - erklärt Prof. Antonio Paolucci, Direktor der Vatikanischen Museen - ist es die Zivilisation der Menschen darzustellen, die historische Beachtung, die Kuriosität, den Respekt des katholischen Universums gegenüber den außereuropäischen Kulturen zu bekräftigen, das Schicksal der Kirche von Rom in ein Emblem zu fassen, das ein Schiff Petris ist und Reise zur Rettung von allen und jedes einzelnen.
Beginnend beim Einbaumboot Ivukapi, ein seltenes Boot der Salomoninseln, die Reise löst sich zwischen zwei Segelfahrzeugen auf, ein Beweis der Begegnung zwischen dem Abendland und Orient in eine Welt ohne Grenzen: ein vorbereitetes englisches Schiff, welches zwischen England und Australien pendelte und mit einem japanischen Segelschiff auf seiner Seite. Es geht weiter mit einer reichen Auswahl von asiatischen Modellen, die verschiedenen Typen und Funktionen der Schiffe veranschaulichen. Auffallend ist ein kostbares chinesisches Schiff aus Elfenbein, auf welchem Feste abgehalten wurden und das lange schmale Kanu der thailändischen Herrscher. Außer den Pyrogen und Schwalbenschwanzsegel ist Ozeanien durch ein besonderes Kanu mit vogelförmigen Bug der Salomoninseln vertreten, welches an die großen Einbaumboote Ivukapi erinnert.
Entlang des Weges trifft man auf Kanus aus Rinde und Einbaumboote repräsentativ der Völker und Kulturen, die in den verschiedensten amerikanischen Gebieten lebten. Das Floß des Mosetenes mit zwei Steuerruder bezeugt die große Gewandtheit der Völker, welche stürmische Fließgewässer mit vielen Stromschnellen befahren mussten, währenddessen die Wasserfahrzeuge der Alakuf bezeugen den Mut eines Volkes, welches mit einem feindseligen Klima des Feuerlandes zusammenlebte.
Am Ende des Parcours, vorbei an den afrikanischen Wasserfahrzeugen, wird der Besucher von einem atemberaubenden Anblick der Kuppel des Petersdoms empfangen und das Versprechen einer neuen Reise zur Entdeckung der päpstlichen Museen.
Die Gestaltung der Ausstellung wurde vom Arch. Piero Castri realisiert, aufgrund der Idee des Pater Nicola Mapelli, Kurator der Ethnologischen Abteilung der Museen.