Franziskus (13.03.2013)

FRANZISKUS (13.03.2013)

FRANZISKUS (13.03.2013)

Die Vatikanischen Museen öffnen der „Volkskunst” und der Nächstenliebe ihre Tore

FRANZISKUS (13.03.2013)


Im ersten Jahr des Pontifikats von Papst Franziskus, im Dezember 2013, wurden die Sammlungen des Museo Storico, die seit 1987 im Lateranpalast untergebracht waren, nach Castel Gandolfo überführt und dort in Ausstellungsräumen der Vatikanischen Museen sowie des Apostolischen Palastes neu für die Besucher präsentiert.

Am 30. und 31. Oktober 2014 – zum 450. Todestag Michelangelos und 20. Jahrestag der Restaurierung seiner Fresken in der Sixtinischen Kapelle – würdigten die Vatikanischen Museen diesen doppelten Jahrestag mit einer internationalen Konferenz mit dem Titel „La Cappella Sistina venti anni dopo. Nuovo respiro nuova luce” („Die Sixtinische Kapelle 20 Jahre später – Neuer Atem neues Licht“).
Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde – wie schon der Titel suggeriert – auch ein neues Beleuchtungs- und Belüftungssystem für die Cappella Magna der Katholischen Kirche vorgestellt.

Ein paar Tage später, im November 2014, waren die Vatikanischen Museen Zeuge einer bedeutsamen Öffnung für die Volkskunst. In den Vatikanischen Gärten wurden zwei große Eisen-Skulpturen aufgestellt: der Arbeiter-Christus sowie eine Reproduktion der Madonna von Luján. Beide Werke wurden von dem argentinischen Künstler Alejandro Marmo aus Abfallmaterialien hergestellt. Papst Franziskus hat die Skulpturen mit folgenden Worten gesegnet: „Sie sind ein Zeichen der Kreativität, die auch mit Material möglich ist, das man  weggeworfen, ausgesondert hat. Sie sind ein Symbol der Genialität, die Gott dem Geist eines Künstlers eingeben wollte.“

Am 26. März 2015 fand in der Sixtinischen Kapelle eine „Führung“ der ganz besonderen Art statt: auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus konnten 150 Clochards, obdachlose Männer und Frauen, die in stiller Demut zum täglichen Bild der Randgebiete der Vatikanstadt gehören, die gesamte vatikanische Kunstsammlung bewundern.

Ein paar Monate später, am 13. September, wurde dieses außergewöhnliche und unerwartete Privileg einern Gruppe von 50 Häftlingen des römischen Gefängnisses Rebibbia zuteil. Auch für sie öffneten die Vatikanischen Museen ihre Tore – mit einem Führer der ganz besonderen Art, Museumsdirektor Antonio Paolucci, und Treffpunkt um Punkt 12 Uhr in der Sixtinischen Kapelle, wo sie dem Angelus des Heiligen Vaters lauschen konnten.

An jenem Tag standen die Pforten der Museen des Papstes auch für sie weit offen…