Vom Tiber zum Nil
Vom Tiber zum Nil

Vom Tiber zum Nil

Die Expedition von Papst Gregor XVI. auf den Spuren Napoleons

Donnerstag 25. Juni 2026 – 17:00 Uhr
Konferenzsaal der Vatikanischen Museen – in Präsenz und im Livestream

Am 25. Juni um 17:00 Uhr lädt der Donnerstag der Museen zu einer neuen Veranstaltung. Der Vortrag „Vom Tiber zum Nil“ beleuchtet, wie Rom – zunächst als Hauptstadt des Römischen Reiches und später als Sitz der Päpste – zur Wiege der wissenschaftlichen Ägyptologie und der Ägyptenbegeisterung in Europa werden konnte. Als Papst Gregor XVI. 1839 das neue Ägyptische Museum im Vatikan eröffnen ließ, wurde die einzigartige Stellung Roms als Zentrum ägyptischer Altertümer eindrucksvoll bekräftigt. Rom war die einzige europäische Hauptstadt, die schon lange vor der Entstehung der bedeutenden Sammlungen ägyptischer Altertümer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts über einen  jahrtausendealten Bestand an Denkmälern aus dem alten Ägypten verfügte.

„Die Konferenz“ – erläutert Alessia Amenta, Kuratorin der Abteilung für Ägyptische Altertümer und den Alten Orient der Vatikanischen Museen – „würdigt ein außergewöhnliches, wenig bekanntes Ereignis: Am 21. September 1840 stachen drei Schiffe der päpstlichen Marine vom Hafen in Civitavecchia in Richtung Alexandria in Ägypten in See. Das Kommando führte der berühmte Ehrenkapitän der päpstlichen Marine, Alessandro Cialdi, der im Laufe seiner außergewöhnlichen Karriere mit 41 Auszeichnungen geehrt wurde.“ Es war jene Expedition, die als die römische Ägypten-Expedition Papst Gregors XVI. in die Geschichte eingehen sollte. Anlass war die Notwendigkeit, Alabasterblöcke für den Wiederaufbau des Altars der Basilika Sankt Paul vor den Mauern zu beschaffen, die in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 1823 durch einen verheerenden Brand zerstört worden war. Diplomatische Verhandlungen wurden geführt – und am Ende schenkte der Hof des ägyptischen Vizekönigs Mohammed Ali dem Papst den benötigten Alabaster. Gregor XVI. nutzte diese Gelegenheit jedoch auch, um die Erforschung des Niltals zu fördern. Die Expedition sollte die Monumente und die Topographie der Region dokumentieren sowie ihre Flora und Fauna, die natürlichen Gegebenheiten und nicht zuletzt auch die zeitgenössischen Sitten und Gebräuche untersuchen.

Nach einer Einführung durch die Direktorin der Vatikanischen Museen, Barbara Jatta, kommen zu Wort: Alessia Amenta, Thomas Mathà, Präsident der Italienischen Akademie für Philatelie und Postgeschichte, sowie Enrico Nigris vom Fachbereich Architektur der Universität Roma Tre. Thomas Mathà wird die Rolle der Post im Nahen Osten im 19. Jahrhundert erläutern, mit besonderem Bezug auf die Korrespondenz aus dem Kirchenstaat. Im Beitrag von Enrico Nigris wird es um Alessandro Cialdi gehen, der sich als Seefahrer, Marineoffizier und Gelehrter einen Namen machen konnte.