Hüttenurne

Hüttenurne

aus Castel Gandolfo - Montecucco, Grab A
erste Hälfte 9. Jh. v.Chr.
Angerührte Keramik
Höhe 25,2 cm; Sockel 28,5 x 29 cm
Inv. 15395

Die Urne enthielt Reste einer erwachsenen Person. Die Aschenurne in Hüttenform ist eines der typischsten Beispiele am Beginn der Eisenzeit in Etrurien-Latium (9.-8. Jh. v.Chr.). Vereinzelt taucht dieser Typ auch in den Sabiner Bergen und in Kampanien auf. Die besonder Gestalt dieser Aschenurne, die an das Haus des Verstorbenen erinnern soll, hat eine genaue symbolische Bedeutung. Sie stellt auch ein grundlegendes Modell für die Kenntnis der Architektur der antiken Hütten dar, die ovalen oder rechteckigen, seltener runden Grundriss hatten. Die Eingangstür befand sich an der kürzeren Seite. Im Falle der reellen Behausungen bestanden die Wände aus Zweigen und Rohrgeflecht, die mit Lehm vermischt und abgedeckt, wasserdicht gemacht wurden. Sie stützten sich auf eine Reihe von in die Erde getriebenen Holzpfählen. Das Dach, das fast immer zwei Dachschrägen hatte, bestand aus Holzbalken und war mit Stroh und Zweigen abgedeckt. Zwei symmetrische Öffnungen unter dem obersten Balken ermöglichten Rauchabzug und Belüftung.