Madonna von Foligno

Madonna von Foligno

Raffaello Sanzio
(Urbino 1483 - Rom 1520)
Madonna von Foligno, 1511/12
Öltempera auf Holz, auf Leinwand übertragen
308 x 198 cm
Inv. 40329

Das Tafelbild wurde 1511 von Sigismondo de' Conti für den Hauptaltar der Kirche S. Maria in Aracoeli in Rom in Auftrag gegeben. Von hier ging es 1565 an die Kirche S. Anna beim Contessen-Kloster in Foligno über und schließlich – nach der Rückkehr aus Frankreich, wohin es 1797 infolge des Traktats von Tolentino verbracht worden war - , wurde es in die Vatikanische Pinakothek (1816) aufgenommen.
Sigismondo de’ Conti, der berühmte Humanist aus Foligno, ist auf der rechten Seite kniend und im Gebet versunken dargestellt: der hl. Hieronymus in Kardinalstracht stellt ihn der Jungfrau Maria vor, die mit dem Kind in einem goldenen Glorienschein thront. Links weist der in Tierfelle gekleidete hl. Johannes, der Täufer, auf die himmlische Erscheinung, vor der der hl. Franziskus, Minoriten-Schutzheiliger, niedergekniet ist und für dessen Kirche das Bild bestimmt war.
Das Gemälde wurde von Sigismondo de’ Conti in Auftrag gegeben, um der Jungfrau Maria Dank zu sagen, da sie sein von einem Blitz getroffenes Haus in Foligno gerettet hatte: An diese Episode erinnert der herrliche Landschaftsausschnitt im Hintergrund. Das Engelchen in der Mitte der Komposition hält eine Tafel ohne Text, die vermutlich an die von der Jungfrau erhörte Bitte erinnern soll.
Das Gemälde ist auf die Jahre 1511/ 1512 datierbar, als Raffael an der Stanza di Eliodoro im Vatikan (Gemach Julius II.) arbeitete.