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Maske

vor1920
Baumrinde
Chile, Feuerland
Bevölkerung:Yaghan
Inv. AM3198/B

Diese schlichte Maske aus getrockneter und bemalter Baumrinde unterscheidet sich nicht viel von den anderen bei diesem Volk gebräuchlichen, außer in der weniger konischen Form und in der Farbe, die je nach dem dargestellten mythologischen Wesen wechselte. Die weißen Masken wurden getragen, um den Barsch in den Tänzen wasenim-yaka und lepalus-yaka (kleiner Goldfisch) darzustellen, der als Meergeist angesehen wurde. Die Yahgan benutzten diese Art von Maske bei Initiationsritualen während der Feier Kina. Nach dem Urmythos der Yahgan folgte auf die ursprünglichen Überlegenheit der Frauen eine Rollenumkehrung, die periodisch durch die Riten gutgeheißen wurde. Während des Ritus, an dem nur Männer teilnahmen, die zweimal den ciéxaus durchlaufen hatten, wurden Masken aufgesetzt, die die Geister darstellen sollten, die Frauen und Nicht-Initiierte bedrohten und erschreckten. Mit dem Aussterben des Volks sind die seltenen, in den Sammlungen des Museums aufbewahrten Objekte die einzigen Zeugnisse aus dieser Gesellschaft. Die dem Papst 1927 als Geschenk überreichte Maske stammt aus dem Privatmuseum von Pater Martin Gusinde in Santiago in Chile, einem der wenigen Anthropologen, der die letzten Yahgan besuchte und deren Leben dokumentierte.