Historisches Archiv

Die im Historischen Archiv der Vatikanischen Museen aufbewahrten Dokumente betreffen die Sammlungen und Aktivitäten des Museums von der zweiten Hälfte des 18. bis Ende des 20. Jahrhunderts.
Den ältesten Kern der Sammlung bilden die Visconti-Papiere: vier Akten über die Arbeiten des damaligen „Altertums-Kommissars“ Giovan Battista Visconti für das neue Museo Pio Clementino, die nach seinem Tod 1784 von seinen Söhnen Ennio Quirino und Filippo Aurelio fortgesetzt wurden. Da diese 1888 von Papst Leo XIII. erworbenen Papiere Teil der Museumsgeschichte sind, wurden sie in den Museumsbestand aufgenommen.
In chronologischer Abfolge folgen die D’Este-Papiere: sie beziehen sich auf den Zeitraum, in dem Antonio Canova „Generalinspektor der Schönen Künste und der Päpstlichen Museen“ war und ihm der Bildhauer Antonio D’Este und dessen Söhne Alessandro und Giuseppe zur Seite standen.
Die spätere, bis zum Jahr 1994 reichende administrative und wissenschaftliche Tätigkeit der Museen wird von chronologisch geordneten Akten dokumentiert, zu denen die Wochenrapports der Kustodie (1849-1919) gehören. Die bis Ende des 19. Jahrhunderts vom „Ersten Kustoden“ abgefassten und an den Museumsdirektor adressierten Papiere wurden ab Anfang des 20. Jahrhunderts vom Direktor selbst abgefasst und an den „Maggiordomo der Heiligen Apostolischen Paläste“ geschickt.
Die Monatsrapports der Direktion (1920-1974) dagegen wurden vom Direktor erstellt, um den „Maggiordomo der Heiligen Apostolischen Paläste“ über die Aktivität des Museumspersonals zu informieren.
Nach Unterzeichnung der Lateranverträge am 11. Februar 1929 und der Abschaffung des Amtes des „Maggiordomo dei SS. PP. AA.“ beschloss man, diese Rapports zum internen Gebrauch auch weiterhin abzufassen.
Zuständig war dafür nun der Sekretär der Museen.
Die Bestände bezüglich der Eintritte (1898-1960) und Genehmigungen für Fotografen, Ausbilder, Künstler und  Gelehrte (1934-1955) erlauben es dagegen, den Besucherstrom in den Vatikanischen Museen im 20. Jahrhundert nachvollziehen.
Zum Historischen Archiv gehören auch die Unterlagen über das Leitungspersonal der Museen, die uns die Geschichte der Sammlungen anhand folgender Persönlichkeiten nahebringen: Bartolomeo Nogara (Generaldirektor der Päpstlichen Museen und Galerien von 1920 bis 1954), Guido Galli (Unterdirektor der Päpstlichen Museen und Galerien, sowie Künstlerischer Direktor für  Bildhauerkunst von 1903 bis 1952), Filippo Magi (Assistent der Klassisch-Archäologischen Abteilung und Direktor-Regens der Museen von 1954 bis 1961), Deoclecio Redig de Campos (Assistent des Fotoarchivs, danach für die Mittelalter-Abteilung, und schließlich – von 1971 bis 1979 – Generaldirektor), Carlo Pietrangeli (Generaldirektor von 1978 bis 1995), Fabrizio Mancinelli (Direktor der Abteilung für mittelalterliche byzantinische Kunst und Moderne Kunst bis 1994).
Vor Kurzem wurden auch die Papiere des Biagetti-Archivs für den Museumsbestand erworben. Sie stammen aus dem italienischen Recanati und sind eine wertvolle Quelle, die Aufschluss gibt über die Arbeit des damaligen „Künstlerischen Direktors für Malkunst“ und Gründers des Gemälde-Restaurierungslabors der Vatikanischen Museen. Die Biagetti-Papiere sind eng mit zwei anderen wichtigen Beständen des Historischen Archivs verbunden: dem Archiv des Labors für die Restaurierung von Gemälden und Objekten aus Holz und des Labors für die Restaurierung von Wandbehängen und Stoffen, die hauptsächlich aus Dokumenten über Restaurierungen von Ende des 19. Jahrhunderts bis Ende der 1960er Jahre bestehen. Die Bestände umfassen das graphische und photographische Material, mit dem die Berichte illustriert werden.

Das Archiv ist eine interne Dienstleistung für das Museumspersonal und kann – die Genehmigung der Direktion vorausgesetzt – auch von externen Benutzern in Anspruch genommen werden.

Personal:
Marta Bezzini, Verantwortliche Leiterin

Kontakt:
as.musei@scv.va
+39 06 69885571