Das „Museo Gregoriano Etrusco“
Eine Lektion in Methodik
Konferenzsaal der Vatikanischen Museen – in Präsenz und im Livestream
Der erste Termin der Veranstaltungsreihe Der Donnerstag der Museen im neuen Jahr ist dem „Museo Gregoriano Etrusco“ gewidmet. Im Fokus steht ein Vortrag von Francesco Roncalli, der fast zwanzig Jahre lang – von Mitte der 1960er bis Anfang der 1980er Jahre – Kurator dieses Museums war.
Mit „Das Museo Gregoriano Etrusco. Eine Lektion in Methodik“ kehrt Francesco Roncalli in die Vatikanischen Museen zurück – mit einer persönlichen Reflexion über Methodik, die sich auf das Museum konzentriert, mit dem seine erste prägende Erfahrung als Archäologe und Etruskologe verbunden ist.
Roncalli, ein Schüler von Giovanni Becatti an der Universität Mailand und Massimo Pallottino an der Sapienza in Rom, lehrte Etruskologie und italische Altertümer an den Universitäten Salerno und Perugia sowie an der Federico II in Neapel, wo er heute emeritierter Professor ist. Bereits in seinen frühen Studien widmete sich Roncalli den Ausdrucksformen der etruskischen Kunst, mit besonderem Augenmerk auf Malerei, Bronzearbeiten und Koroplastik. Zu seinen Monografien zählen Le lastre dipinte da Cerveteri (1965) sowie Il Marte di Todi. Bronzistica etrusca e ispirazione classica (1973). In den Jahren 1986 bis 1991 kuratierte er im Auftrag der Region Umbrien zusammen mit Massimo Montella die Ausstellungsreihe Gens Antiquissima Italiae. Diese Ausstellungen – die erste wurde im Vatikan im „Braccio di Carlo Magno“ unter dem Titel Antichità dall’Umbria in Vaticano eröffnet – konzentrierten sich auf etruskische und italische, in einigen Fällen auch römische Zeugnisse aus dem umbrischen Raum, die über die komplexen Wege verschiedener Sammlungen in internationale Museen gelangt waren.
Roncallis jüngste Veröffentlichung ist die Essaysammlung Poesia che tace. Letture e congetture sulla pittura etrusca (2025). Der Titel ist inspiriert von dem berühmten Aphorismus des lyrischen Dichters Simonides von Keos (Mitte 6. Jahrhundert v. Chr.), der von Plutarch überliefert wie folgt wird: „Die Malerei ist eine schweigende Dichtung… die Dichtung eine sprechende Malerei.“
Eröffnet wird die Konferenz von der Direktorin der Vatikanischen Museen, Barbara Jatta. Zu Wort kommen wird auch Maurizio Sannibale teil, Kurator der Abteilung für etruskisch-italische Altertümer, der das Museo Gregoriano Etrusco seit drei Jahrzehnten leitet. Das Museum, das von Gregor XVI. gegründet und am 2. Februar 1837 eröffnet wurde, steht kurz vor seinem 200. Gründungstag.
Der Vortrag Roncallis löst vor Ort gleichsam eine „Schuld“ ein und erhält somit eine doppelte Bedeutung: Er versteht sich als aktuelle Reflexion über einen langen, ebenso reichen wie originellen intellektuellen Werdegang, der beim vatikanischen „Museo Gregoriano Etrusco“ seinen Ausgang nahm und nun symbolisch wieder dorthin zurückkehrt.
Zum Abschluss folgt eine Führung durch das Museo Gregoriano Etrusco.