Mehr als dreißig Jahre im „Museo Gregoriano Etrusco“
Chronik eines jahrzehntelangen Schaffens
Konferenzsaal der Vatikanischen Museen – in Präsenz und im Livestream
Am Donnerstag, den 21. Mai, um 17.00 Uhr, geht die Veranstaltungsreihe Donnerstag der Museen in eine neue Runde. Mit dem Vortrag „Mehr als dreißig Jahre im „Museo Gregoriano Etrusco“. Chronik eines jahrzehntelangen Schaffens“ zieht Maurizio Sannibale, seit dreißig Jahren Kurator des „Museo Gregoriano Etrusco“, anhand von Tagebuch-Notizen eine persönliche und kulturelle Bilanz seines Schaffens – und lässt die Geschichte des 1837 von Papst Gregor XVI. gegründeten Museums Revue passieren: ein Rückblick auf eine über 40jährige berufliche Laufbahn, in der Sannibale fast ausschließlich für die Vatikanischen Museen tätig war.
Maurizio Sannibale wird in erzählerischer, aber notwendigerweise selektiver Form auf Ereignisse, Persönlichkeiten, Studien, Restaurierungen und Forschungsprojekte sowie Ausstellungen, Werke und Themen eingehen, die seine Neugier besonders geweckt haben. Zusammenfassend wird er das Leben des Museums aus der „Innenperspektive“ schildern, ohne es jedoch auf seine institutionellen Grenzen zu beschränken. Das sich daraus ergebende Bild zeigt ein Museum, das nicht als bloßer Aufbewahrungsort oder statischer Ausstellungsrahmen verstanden wird, sondern als Schatzkammer und Ort der Freude: ein dynamischer Raum des Dialogs und der kulturellen Produktion sowie der Erweiterung des Wissens – Aspekte, ohne die keine Konservierungs- und Aufwertungsarbeit durchgeführt werden kann.
Das „Museo Gregoriano Etrusco“, das erste Museum, das ausdrücklich den etruskischen Altertümern gewidmet wurde, bereitet sich darauf vor, sein zweihundertjähriges Bestehen zu feiern, und richtet dabei den Blick von seiner Tradition und Identität aus in die Zukunft. Eine Linie der Kontinuität verbindet das Museum Gregors XVI., das seine Entstehung den vielen außergewöhnlichen Entdeckungen zu verdanken hat, die in der Zeit der Romantik im damals zum Kirchenstaat gehörenden Etrurien gemacht wurden, mit dem heutigen Museum. Dieses verdankt seine heutige Größe, äußere Gestalt und die Anordnung seiner Säle weitgehend dem 20. Jahrhundert – nicht jedoch sein eigentliches Wesen. In jener Epoche erlebte das Museum sozusagen ein „zweites Leben“: durch neue Ausstellungskonzepte, die schrittweise Erweiterung der Räumlichkeiten sowie die Bereicherung der Sammlungen durch bedeutende Neuerwerbungen.
Es ist eine Geschichte, die vor allem von Menschen geprägt wurde – verbunden durch einen roten Faden, der einige bedeutende Forscher und ihr Wirken miteinander verknüpft: von Bartolomeo Nogara, Pionier der modernen Etruskologie und erster Direktor des Museums ab 1900, über Filippo Magi, Francesco Roncalli und Francesco Buranelli – bis hin zum heutigen Kurator Maurizio Sannibale, der das Werk seiner Vorgänger weitergeführt und das Museum durch die ersten drei Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts begleitet hat.
Eröffnet wird die Konferenz von Barbara Jatta, Direktorin der Vatikanischen Museen. Zu Wort kommen Giandomenico Spinola, stellvertretender künstlerisch-wissenschaftlicher Direktor der Museen, sowie Francesco Buranelli, von 1983 bis 1996 Kurator des „Museo Gregoriano Etrusco“ und von 1996 bis 2007 Direktor der Vatikanischen Museen.