Buchvorstellung „Domenico Anderson (1854-1938) Fotografo in Vaticano“
Buchvorstellung „Domenico Anderson (1854-1938) Fotografo in Vaticano“

Buchvorstellung „Domenico Anderson (1854-1938) Fotografo in Vaticano“

Dienstag, 14. April 2026 – 17:30 Uhr
Konferenzsaal der Vatikanischen Museen – in Präsenz und im Livestream

Am 14. April befasst sich die Veranstaltungsreihe Donnerstag der Museen mit dem Buch „Domenico Anderson (1854–1938) Fotografo in Vaticano [Domenico Anderson (1854–1938) Fotograf im Vatikan]. Die von der Vatikanischen Verlagsbuchhandlung Edizioni Musei Vaticani herausgegebene Publikation zeichnet die Geschichte und Tätigkeit der Firma Anderson nach, die von Giacomo Anderson gegründet wurde und später an seinen Sohn Domenico überging. Unter dessen Leitung entwickelte sie sich zu einem der bedeutendsten Fotounternehmen Italiens. Seit 1845, über drei Generationen hinweg, war die Firma Anderson in Rom tätig, auch in und für die Vatikanischen Museen.

Der erste Teil des von Paola di Giammaria (Leiterin der Fotothek) in Zusammenarbeit mit Alessia Lobosco herausgegebenen Bandes zeichnet die Biografie des Engländers James Anderson nach, dessen Name später zu „Giacomo“ italianisiert wurde – einem der Pioniere der historischen Fotografie im Rom der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts –, sowie die seines Sohnes Domenico. Der zweite Teil befasst sich mit Domenicos Wirken in den Vatikanischen Museen, wo zwischen 1933 und 1934 die bekannten Fotoserien zum Jüngsten Gericht in der Sixtinischen Kapelle und in der Paulinischen Kapelle entstanden. Der dritte Teil ist den fotografischen Techniken gewidmet, die der Fotograf für seine wichtigsten Arbeiten in der Sixtinischen und der Paulinischen Kapelle wählte: Arbeiten, die vom damaligen Direktor der Vatikanischen Museen, Bartolomeo Nogara, in Auftrag gegeben wurden.

Die Fotothek der Vatikanischen Museen umfasst etwa 400.000 Positive und 350.000 Negative, darunter 50.000 Glasplatten. Die Motive reichen von Kunstwerken und Museumssälen bis hin zu Landschaftsbildern, Bauwerken, Monumenten, Palästen, Kirchen und archäologischen Ausgrabungsstätten in Rom und vielen anderen Orten Italiens. Der Bestand deckt den Zeitraum von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts ab. In der Fotothek werden – neben zahlreichen Abzügen, Albuminabzügen und Glasplatten von Domenico Anderson – die Bestände „Anderson Cappella Sistina“ und „Cappella Paolina“ der Fotothek aufbewahrt, die aus etwa 270 Originalnegativen bestehen.

Eröffnet wird die Konferenz von der Direktorin der Vatikanischen Museen, Barbara Jatta. Zu Wort kommen – in Anwesenheit der Herausgeberinnen des Bandes, Paola di Giammaria und Alessia LoboscoAndrea Bacchi, Direktor der „Fondazione Zeri“ in Bologna; Rita Scartoni, Leiterin der Abteilung für Lizenzierung und Projekte der „Fondazione Alinari per la Fotografia“; sowie Ilaria Schiaffini, außerordentliche Professorin für Fotografiegeschichte an der römischen Universität Sapienza.