Buchvorstellung „Giovan Lorenzo Bernini. Il «padron del mondo»“
Vatikanische Museen
Am Dienstag, den 19. Mai, um 17:30 Uhr, wird im Konferenzsaal der Vatikanischen Museen ein Band von Giovanni Morello vorgestellt: „Giovan Lorenzo Bernini. Il «padron del mondo»“ [Giovan Lorenzo Bernini. Der „Herr der Welt“] (Edizioni Musei Vaticani) statt. Das Buch lässt Leben und Werk des Universalgenies Bernini Revue passieren, der sich als Bildhauer, Architekt und Maler einen Namen machen konnte, und beleuchtet die Etappen seiner außergewöhnlichen Karriere: von den Anfängen in der Werkstatt seines Vaters Pietro bis hin zu seiner privilegierten Beziehung zu Päpsten, Kardinälen und Adligen.
Das Buch zeichnet ein facettenreiches Porträt des Barockkünstlers, geprägt von Rivalitäten, sensationellen Erfolgen und Pechsträhnen. Bei der Namensschreibung hat sich Giovanni Morello für die Form „Giovan Lorenzo“ entschieden, mit der Bernini auch selbst seine Werke signiert hat: „Gio. Lorenzo Bernini“. Morello erzählt auch weniger bekannte Anekdoten und ergänzt so das Gesamtbild einer Karriere, die sich über fünf Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts erstreckte und Bernini den Beinamen „Herr der Welt“ einbrachte.
„Giovanni Morello“, so die Direktorin der Vatikanischen Museen Barbara Jatta, „würdigt Bernini mit diesem wichtigen Band, der das Werk jahrzehntelanger Studien, Forschungen und Erkenntnisse zusammenfasst. So schrieb Baldinucci im Jahr 1682 über den Barockkünstler: ‚Es ist eine weit verbreitete Auffassung, dass er der Erste war, der versuchte, Architektur, Bildhauerkunst und Malerei so zu verbinden, dass daraus ein einziges schönes Ganzes entstand‘. Und diese schöne Komposition findet sich im „Bernini Vaticano“ wieder: Denken wir nur an den Baldachin, die Cathedra Petri, die Scala Regia, das Reiterstandbild von Kaiser Konstantin, das Ziborium für den Altar in der Kapelle des Allerheiligsten Sakraments, die Grabdenkmäler von Urban VIII., Alexander VII. und Markgräfin Mathilde; an die Pfeiler der Kirchenschiffe, das Pasce Oves Meas und den außergewöhnlichen Petersplatz, der die gesamte Menschheit in Empfang nimmt – wie auch an die Gemälde und Dekorationen, Kerzenleuchter und Kruzifixe für die zahlreichen Altäre im Petersdom, die Bernini im Laufe seines langen Lebens geschaffen hat.“
„Mehr als jeder andere“, schreibt Morello, „hat es Bernini geschafft, den Marmor formbar zu machen, ihm eine wunderbare Zartheit zu verleihen. Niemandem vor und nach ihm ist es gelungen, die unbeweglichen Marmorblöcke so zu bearbeiten, dass sie sich fast schon in ‚atmende‘ Figuren verwandelten – so als würden sie sprechen.“
Die Konferenz wird von Barbara Jatta eröffnet. Bei der Veranstaltung kommen zu Wort: der Autor selbst, der Kunsthistoriker und Architekt Francesco Petrucci, Direktor des Barockmuseums im Palazzo Chigi in Ariccia – sowie die Kunsthistorikerin Maria Grazia Bernardini, die auf eine langjährige Tätigkeit im italienischen Kultusministerium zurückblicken kann und für zahlreiche Publikationen über Giovan Lorenzo Bernini verantwortlich zeichnet.