El Greco in the mirror
Two paintings compared
Päpstlicher Palast von Castel Gandolfo (Rom)
Ab dem 14. März zeigt der Päpstliche Palast von Castel Gandolfo „El Greco in the mirror. Two paintings compared“ [El Greco im Spiegel. Zwei Gemälde im Vergleich]: eine Ausstellung, die zwei kleine Meisterwerke dieses großen Künstlers miteinander in einen Dialog setzt. Ein bislang unveröffentlichtes, im Botschafter-Saal der päpstlichen Audienzgemächer im Apostolischen Palast aufbewahrtes Gemälde El Grecos – der Erlöser (45 × 29 cm) – wird einer kleinen Tempera auf Holz (28 × 20 cm) gegenübergestellt, die den Heiligen Franziskus darstellt. Dieses Werk wurde von der Stiftung A. und M. A. Pagliara der Studienuniversität Suor Orsola Benincasa als Leihgabe zur Verfügung gestellt.
Kuratiert wird die Ausstellung von Fabrizio Biferali, Leiter der Abteilung für Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts der Vatikanischen Museen.
Der Erlöser wurde um 1590–1595 von El Greco geschaffen: dem genialen Meister, der 1541 in Candia (dem heutigen Heraklion) auf der Insel Kreta geboren wurde und 1614 in Toledo starb.
Das Werk gehörte einst zur Sammlung eines spanischen Intellektuellen und Politikers: des Katholiken José Sánchez de Muniáin, der es 1967 Paul VI. schenkte.
Die Ölmalerei auf Holz, die aufgrund fehlender Untersuchungen und Studien zur Entschlüsselung des Bildes missverstanden wurde und offensichtlich unvollendet blieb, unterlag bis in die 1960er Jahre einem unvermeidlichen Verfall. Vermutlich wurde sie damals übermalt. Mit der zunehmenden Wiederentdeckung und Neubewertung des großen kretischen Künstlers stieg auch die Nachfrage nach seinen Werken – und damit auch die Produktion von Fälschungen. In diesem Kontext wurde auch unser Gemälde von einem unbekannten Fälscher überarbeitet: Er überdeckte die ursprünglichen Malschichten und zeichnete das Bild Christi nur schematisch nach.
Der Erlöser wurde kürzlich im Labor für die Restaurierung von Gemälden und Objekten aus Holz der Vatikanischen Museen unter der Leitung des Restaurierungsmeisters Paolo Violini restauriert. Der konservatorische Eingriff, durchgeführt von Meister-Restauratorin Alessandra Zarelli und begleitet von den wissenschaftlichen Analysen des Kabinetts für wissenschaftliche Forschungen unter Leitung von Fabio Morresi, ermöglichte eine unerwartete und zugleich faszinierende Entdeckung: unter der heutigen Bildoberfläche kamen zwei darunterliegende Malschichten ans Licht, die Skizzen zweier weiterer Kompositionen El Grecos erkennen lassen.
Die Reinigung hat die ursprünglichen Malschichten sorgfältig wiederhergestellt und nach und nach auch Elemente freigelegt, deren Vorhandensein zuvor nicht sicher belegt war. Die Gesamtheit der gewonnenen Daten, die im Vergleich mit anderen Werken von El Greco ausgewertet wurden, hat die vollständige Autorschaft des Werks bestätigt.
Die Temperamalerei auf Holz mit dem Heiligen Franziskus hingegen ist ein Frühwerk El Grecos. Es dürfte um 1570 entstanden sein – eine Zeit, in der der Künstler nachweislich in Rom tätig war und bereits die venezianischen Werkstätten von Tizian und Tintoretto durchlaufen hatte.
Die Ausstellung der beiden Gemälde ist eine Hommage an Papst Leo XIV. zum Jubiläumsjahr, in dem der 800. Todestag des Franz von Assisi begangen wird.
Im Anschluss an die Eröffnung wird auch das erste Konzert der Reihe „Musica ai Musei“ der Saison 2026 stattfinden: „Mit dieser Initiative erneuern die Museen des Papstes auch in diesem Jahr ihren Beitrag zum Schönen durch das Zusammenspiel der Künste“, erklärt Barbara Jatta, Direktorin der Vatikanischen Museen.
In der Eintrittskarte für den Päpstlichen Palast in Castel Gandolfo eingeschlossen sind alle laufenden Ausstellungen, wie auch der Eintritt zum Mohren-Garten und zum Geheimen Garten. Besucher können zwischen einer Tour mit eigenem Führer oder einem individuellen Rundgang wählen.