Saint Paul Preaching at Athens
Saint Paul Preaching at Athens

Saint Paul Preaching at Athens

A Rapahel Tapestry for the Sistine Chapel

Ab dem 4. August 2026
Päpstlicher Palast von Castel Gandolfo (Rom)

Ab dem 4. August 2026 wird im Saal der Päpste des Päpstlichen Palasts von Castel Gandolfo der Wandteppich Paulus predigt auf dem Areopag in Athen zu sehen sein. Er gehört zu der berühmten Serie der Apostelgeschichte, die Papst Leo X. (1513–1521) zur Ausschmückung der Sixtinischen Kapelle in Auftrag gab. Die Wandteppiche wurden zwischen 1515 und 1521 in einer flämischen Manufaktur nach den Kartons Raffaels (1483–1520) und seiner Werkstatt gefertigt.

Der von Alessandra Rodolfo, Leiterin der Abteilung für Wandteppiche und Textilien der Vatikanischen Museen, und ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiterin Michela Gianfranceschi kuratierte Wandteppich stellt eine der bekanntesten Szenen aus dem Leben des heiligen Paulus dar, die dem Buch der Apostelgeschichte entnommen ist. Gezeigt wird der Moment, in dem Paulus auf dem Areopag in Athen auftritt und die Ankunft des Herrn verkündet. Im offenen Dialog mit den Philosophen und Gesetzeslehrern Athens verkündet der „Völkerapostel“ Paulus die neue Botschaft des christlichen Glaubens.

Die von Raffael entworfene und durch das Zusammenspiel von Figuren und architektonischen Elementen meisterhaft gegliederte Szene, zeichnet sich durch einen klaren perspektivischen Aufbau aus. Paulus steht auf der rechten Seite, fast mit dem Rücken zum Betrachter, und wirkt dennoch imposant und charismatisch. Seine markanten Gesichtszüge und seine ausdrucksstarke Gebärde bringen die ganze Kraft seines Glaubens und seiner Verkündigung eindrucksvoll zum Ausdruck. Auf gleicher Höhe wie der Apostel ragt im Hintergrund die vergoldete Statue des bewaffneten Mars empor – Sinnbild der alten religiösen Vorstellungen, die schon bald von der neuen christlichen Botschaft verdrängt werden sollten.
Der Wandteppich hat eine bewegte Geschichte hinter sich: wie Dokumente belegen, gelangte er Ende 1521 in den Vatikan, wurde jedoch während der verheerenden Plünderung Roms im Jahr 1527 geraubt. Erst 1554 konnte er durch den französischen Connétable Anne de Montmorency dem Papst zurückgegeben werden. Davon zeugen das Wappen und die Inschrift im unteren Bereich des seitlichen Frieses, die vor der Rückführung des Wandteppichs in den Vatikan geändert wurden.
Die auf dem Wandteppich dargestellte Szene besitzt in unserer heute von Konflikten und Kriegen gezeichneten Welt eine ganz besondere Aktualität. Sie kann als Beispiel für einen tiefen und lebendigen Dialog zwischen unterschiedlichen Kulturen verstanden werden.

Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos und im Eintrittspreis für den Päpstlichen Palast von Castel Gandolfo inbegriffen. Dieser kann mit Führung oder eigenständig besichtigt werden – wie auch der Mohrengarten und der Geheime Garten.